Doppelstudium Mathematik und Physik?

Viele Studienbewerber(innen) schwanken zwischen einem Physik- und einem Mathematikstudium. An Stelle eines Doppelstudiums bietet sich aber eine flexible Ausnutzung der Modularisierung an.

Die gleichzeitige Immatrikulation in zwei Studiengängen (Doppelstudium) ist zwar grundsätzlich nicht ausgeschlossen, die/der Studierende bürdet sich hier allerdings die Pflichten aus beiden Studiengängen auf. Insbesondere gelten im Physikstudium die Regeln der Grundlagen- und Orientierungsprüfung.

Daher ist es meist sinnvoller auszunutzen, dass ordentlich immatrikulierte Studierende an der TUM grundsätzlich an allen Modulen der TUM teilnehmen können.

Physikstudium plus Mathematik-Module

An Stelle eines Doppelstudiums ist ein sinnvoller Ausbildungspfad in die mathematische Physik oder Grenzbereiche zwischen Physik und Mathematik in diesem Sinne, das reguläre Bachelorstudium Physik aufzunehmen und dessen solide mathematische Grundausbildung geeignet zu ergänzen. Hier bieten sich insbesondere die Module MA2003 Maß- und Integrationstheorie, MA3001 Funktionalanalysis und MA2204 Differentialgeometrie: Grundlagen an.

Doppelstudium "light"

Sollten Sie dennoch beide Bachelorabschlüsse (beachten Sie: beide Studiengänge führen zum Bachelor of Science) anstreben, so sollten Sie sich zunächst nur in einem der beiden Studiengänge immatrikulieren und alle für dieses Studium erforderlichen Module belegen. Freie Kapazitäten nutzen Sie dann, um auch Module aus dem zweiten Studium zu belegen. Erst, wenn das erste Studium (nahezu) abgeschlossen ist und Sie den zweiten Abschluss weiterhin anstreben, immatrikulieren Sie sich auch in diesem Studiengang. Die bereits abgelegten Leistungen können anerkannt werden. Dadurch erreichen Sie das gleiche wie beim echten Doppelstudium, können sich Ihre Zeit aber besser selbst einteilen und gehen nicht das Risiko ein, wegen der Doppelbelastung in einem der beiden Studiengänge schlechte Leistungen zu erbringen oder gar zu scheitern.

Zu Fragen der gegenseitigen Anerkennung von in beiden Studiengängen enthaltenen, gleichen oder äquivalenten Modulen wenden Sie sich bitte jeweils an die Fachstudienberatung – am besten besprechen Sie Ihr Vorhaben frühzeitig sowohl mit uns als auch mit den Kolleg(inn)en aus der Mathematik.

Anerkennung bei Wechsel aus der Mathematik und echtes Doppelstudium

Beim Wechsel aus dem Mathematikstudiengang oder bei Studierenden, die sich trotz der obigen Ausführungen für ein echtes Doppelstudium entscheiden können folgende Module anerkannt werden:

Modul(e) aus dem Mathematikstudiumwerden im Physikstudium anerkannt als
1. Semester (GOP!)
MA1101 Lineare Algebra und Diskrete Strukturen 1MA9201 Mathematik für Physiker 1 (Lineare Algebra)
MA1001 Analysis 1MA9202 Mathematik für Physiker 2 (Analysis 1)
2. Semester (GOP!)
MA1002 Analysis 2MA9203 Mathematik für Physiker 3 (Analysis 2)
3. Semester
MA2003 Maß- und Integrationstheorie und MA2004 VektoranalysisMA9204 Mathematik für Physiker 4 (Analysis 3)
4. Semester
MA2005 Gewöhnliche Differentialgleichungen und MA2006 Funktionentheorie

Eine Anerkennung ist ausgeschlossen, wenn Sie im Physikstudium die entsprechende Modulprüfung abgelegt haben oder dazu angetreten sind. Im 3. Semester ergibt sich die Note für die MA9204 aus dem Mittelwert aus den beiden Modulnoten aus dem Mathematikstudium.

Die Module aus dem 4. Semester des Mathematikstudiums werden formal nicht für die Anerkennung der MA9204 gefordert. Die Belegung wird aber als inhaltliche Abrundung unabhängig von den Verpflichtungen aus dem Studienplan der Mathematik empfohlen.

Sonderweg Mathematik

Wenn Sie bei doppelter Immatrikulation in Mathematik und Physik die obige Anerkennungsregel in Anspruch nehmen wollen, so sprechen Sie dies frühzeitig (zu Beginn des ersten Semesters) mit dem Schriftführer des Prüfungsausschusses Dr. Karl Dressler ab. Formal gehen wir von einer Prüfungsteilnahme im Rahmen der GOP bei der Physik aus. Sie bleiben den "Mathe für Physiker (MfP)" Prüfungen aber fern und absolvieren die Klausuren zu LA1, AN1 und AN2 der Mathematik. Anschließend legen Sie uns unverzüglich nach letzt-gültig-Setzen der Leistungen die alternative(n) Note(n) vor. Wenn keine positive Note erzielt werden konnte, greifen die Konsequenzen der GOP entsprechend – bitte beachten Sie, dass wegen des Nicht-Erscheinens bei der MfP-Prüfung auch die Drittversuchsregelung i.d.R. nicht greift. Bei expliziter Teilnahme an einer MfP-Prüfung kann das Ergebnis nicht durch eine alternative Mathematikprüfung ersetzt werden.