Erfolgreicher Start in die Exzellenzstrategie

2017-10-04 – Nachrichten aus dem Physik-Department

Bereits in den ersten zwei Runden der Exzellenzinitiative, 2006 und 2012 war das Physik-Department der TUM prominent an einer Serie von Exzellenzclustern beteiligt. Jetzt nimmt es ein drittes Mal Kurs auf das hochdotierte Förderprogramm für deutsche Spitzenuniversitäten: Professorinnen und Professoren der Physik sind teilweise federführend an vier Initiativen für Forschungscluster beteiligt, die in der Vorauswahl durch ein internationales Expertengremium erfolgreich waren und jetzt zur Vollantragstellung aufgefordert sind.

Cluster „Origins“
Den Ursprung des Universums bis zur Entwicklung von Leben will der Cluster „Origins“ erforschen.
Cluster e-conversion
Der Cluster e-conversion will die neuen Methoden der Nanowissenschaft nutzen, um die fundamentalen Elementarprozesse in Energieanwendungen zu untersuchen und zu optimieren.
MCQST Cluster
MCQST beschäftigt sich mit den Grundlagen zu quantenbasierte Bauelementen und Materialien. Anwendungen reichen von inhärent sicherer Kommunikation und Informationsverarbeitung bis hin zu ultraempfindlichen Sensoren und Wandlern für die Präzisionsmetrologie.
Cluster IMAGINE
Hochauflösendes Röntgenbild von der Lunge einer Maus. Ziel des Clusters IMAGINE sind neue Verfahren zur medizinischen Bildgebung und Technologien zur Visualisierung und Diagnose. In klinischen Studien geht es um die Prävention, Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Lunge und von Krebs.

„Die Themen der erfolgreichen Antragsskizzen bilden die Spitzenforschung an der TUM sehr gut ab“, sagt Prof. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TUM. „Mehr noch: Die zahlreichen fachübergreifenden Kooperationen in den Antragsskizzen beweisen, dass wir Interdisziplinarität leben. Wir haben die besten Voraussetzungen, in der Kombination von fachlicher Brillanz, kohärenter Forschungsprogrammatik, Interdisziplinarität und Internationalität in der nächsten Runde vollends zu überzeugen.“

Prof. Johannes V. Barth, Dekan des Physik-Departments, freut sich, dass die hervorragenden Vorarbeiten der Kolleginnen und Kollegen aus der Physik breite Anerkennung fanden: „Die jetzigen Entscheidungen unterstreichen die tragende Rolle der Grundlagenforschung im Portfolio der TUM – nur schade dass manche äußerst vielversprechende Ansätze leider unberücksichtigt blieben. Nach dem Erfolg in der Vorauswahl liegt uns die optimale Gestaltung der Vollanträge am Herzen. Wir möchten damit nicht nur in der Endauswahl erfolgreich sein, sondern auch gleichzeitig die Zukunft der TUM im Exzellenzreigen sichern.“

Bis Februar 2018 müssen die ausführlichen Anträge vorliegen. Um zusätzliche Förderung als Exzellenzuniversität können sich nur Universitäten bewerben, die mit mindestens zwei Exzellenzclustern auch in der zweiten Auswahlrunde erfolgreich waren.

Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bekanntgab, war die TUM mit fünf Themen in der Vorauswahl erfolgreich. An vier der Projekte ist das Physik-Department beteiligt, davon drei gemeinsam mit der LMU München:

  • Der Cluster „IMAGINE“ soll maschinelles Lernen in der biomedizinischen Bildgebung und Medizin erforschen. Spitzenkräfte aus Medizin, Informatik, Mathematik, Ingenieur- und Naturwissenschaften wollen mithilfe neuer Bildgebungstechnologien und Algorithmen Prävention, Diagnose und Behandlung von Krebs und anderen Erkrankungen verbessern.
  • Die Methoden der modernen Materialwissenschaften erlauben es, Materialien atomgenau aufzubauen und zu charakterisieren wie auch den zeitlichen Ablauf von Prozessen bis in den Femtosekunden-Bereich genau zu untersuchen. Der Cluster „e-conversion“ will diese Methoden nutzen, um mit einem besseren Verständnis der mikroskopischen Anregungs- und Energieumwandlungsprozesse die Basis für weitere Effizienzsteigerungen und neue Anwendungen zu schaffen.
  • Die immer weiter fortschreitende Miniaturisierung sorgt dafür, dass quantenmechanische Effekte inzwischen in nahezu allen Technologiebereichen eine Rolle spielen. Das Münchner Zentrum für Quanten-Wissenschaften und -Technologie (MCQST) will das Verständnis der Prinzipien der Quantenwissenschaft vorantreiben, um die nächste Generation quantenbasierter Geräte und Sensoren zu entwickeln. Das Feld der Quantenwissenschaft kombiniert Forschung aus Physik, Mathematik, Informatik, Materialwissenschaft, Chemie und Kosmologie.
  • Die Entwicklung des Universums vom Urknall bis zur Entstehung des Lebens zu verstehen, bleibt eine der großen und schwierigsten wissenschaftlichen Herausforderungen. Im Cluster „ORIGINS: Vom Ursprung des Universums bis zu den ersten Bausteinen des Lebens“ werden Bio-, Astro- und Teilchenphysik die innerste Struktur und die Geschichte des Universums erforschen.

Die Entscheidung in der ersten Stufe erfolgte durch ein 39-köpfiges internationales Expertengremium. 88 der 195 eingereichten Antragsskizzen wurden ausgewählt und haben eine Chance für die endgültige Bewilligung im September 2018.

Sonderausstellung der Exzellenzcluster am Tag der offenen Tür

Die Exzellenzcluster der gegenwärtigen Förderperiode präsentieren ihre Arbeit beim Tag der offenen Tür des Forschungscampus Garching am Samstag, 21. Oktober 2017, von 11 bis 18 Uhr im Faculty Club (4. OG) des Institute for Advanced Study.

Redaktion:
Paul Hellmich, Dr. Johannes Wiedersich

Kondensierte Materie

Wenn Atome sich zusammen tun, wird es interessant: Grundlagenforschung an Festkörperelementen, Nanostrukturen und neuen Materialien mit überraschenden Eigenschaften treffen auf innovative Anwendungen.

Kern-, Teilchen-, Astrophysik

Ziel der Forschung ist das Verständnis unserer Welt auf subatomarem Niveau, von den Atomkernen im Zentrum der Atome bis hin zu den elementarsten Bausteinen unserer Welt.

Biophysik

Biologische Systeme, vom Protein bis hin zu lebenden Zellen und deren Verbänden, gehorchen physikalischen Prinzipien. Unser Forschungsbereich Biophysik ist deutschlandweit einer der größten Zusammenschlüsse in diesem Bereich.