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Architekturwettbewerb für zwei neue Physik-Gebäude entschieden

Physik-Department bekommt moderne Labore, Hörsäle und Praktika

2016-04-27 – Nachrichten aus dem Physik-Department

Auf dem Weg zu modernen Laborflächen und neuer Infrastruktur für die Lehre ist das Physik-Department einen großen Schritt vorangekommen: Der Architekturwettbewerb für den Neubau zweier Institutsgebäude ist entschieden. Zunächst wird von 2018 bis 2020 ein futuristisches Laborgebäude entstehen; anschließend soll ein Neubau für Hörsäle und Praktika folgen.

1. Preis des Architekturwettbewerbs. Physik-Department TUM. Bild: Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH
1. Preis des Architekturwettbewerbs. Blick auf den neu gestalteten Platz an der Nordseite des aktuellen Gebäudes Physik-Department I mit den beiden zu errichtenden Neubauten. – Bild: Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH

Die Fassade metallisch-futuristisch, der Innenraum mit modernster Labortechnik und doch offen und flexibel nutzbar, so entwarf das Büro Cukrowicz Nachbaur aus Bregenz die neuen Gebäude. Architekt Anton Nachbaur-Sturm hat sich mit seinen Kollegen damit gegen 23 Konkurrenten durchgesetzt. Alle Entwürfe können noch bis zum 6. Mai in der Magistrale des Maschinenbaus besichtigt werden.

Momentan bilden die beiden verbundenen Gebäude nördlich des Atomeis und der Forschungsneutronenquelle FRM II die Heimat des Physik-Departments. Anfang der 1970er Jahre bezogen, ist das Physik-Department eines der ältesten Gebäude am Campus Garching und ist mittlerweile stark sanierungsbedürftig. Es kann auch den aktuellen Raumbedarf nicht mehr decken und entspricht weder baulich noch von der Infrastruktur den modernen Anforderungen von Lehre und Spitzenforschung. Für die zukünftige Entwicklung der TUM-Physik ist daher eine Erweiterung und Modernisierung des Gebäudebestands notwendig. Das Staatliche Bauamt München 2 hat hierzu einen Realisierungswettbewerb mit städtebaulichem Gesamtkonzept ausgeschrieben. Gestern wurden die Ergebnisse präsentiert.

Futuristisches Design bildet ausgewogenes Ensemble mit Bestandsbauten

Lage der neuen Institutsgebäude der Physik am Campus Garching
Die beiden neu geplanten Gebäude (schwarz) sollen zwischen den bestehenden Gebäuden Physik-Department, WSI und ZNN entstehen. Die Physik 2 soll einem größeren Gebäude für Hörsäle und Praktika weichen. – Bild: Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH

Vorgesehen sind nun zwei neue großvolumige, rechteckige Gebäude mit Innenhöfen. Die Metallelemente an den Fassaden werden im Innenraum für Licht und Schatten sorgen und somit die Klimatisierung der Labore verbessern. Von außen sollen die Gebäude durch leichte Knicke in diesen Elementen je nach Sonneneinfall unterschiedlich erscheinen. Die neuen Gebäude sind jeweils dreigeschossig, wobei die Stockwerke jeweils auf gleichem Niveau wie die des vorhandenen Physik-Departments liegen. Somit sind Brücken zwischen den Gebäuden möglich.

Der Leiter des Staatlichen Bauamts München 2, Gero Hoffmann, begründete die Entscheidung der Jury: Der Beitrag zeige eine klare architektonische Haltung und bietet gut nutzbare und für spätere Entwicklungen anpassbare Grundrisse. Die sensible städtebauliche Anordnung führt zu einem ausgewogenen Ensemble unter allen Instituten, wobei die Freiräume zwischen den Gebäuden angenehm proportioniert seien.

Der Dekan der Physik, Prof. Johannes Barth betont, dass diese Erneuerung ein eminent wichtiger Schritt für die Physik, aber auch für den gesamten Forschungscampus Garching sei. “Endlich erreichen wir unser Langziel, nämlich dass Forschung und Lehre der Physik seit dem Umzug nach Garching vor 50 Jahren wieder kompakt an einer Adresse vereint sind”, ergänzt der Geschäftsführer des Physik-Departments, PD Joachim Diener.

Als erstes entsteht jetzt ab September 2018 ein Neubau mit 5700 m2 Nutzfläche, in dem vor allem Labore mit besonderen baulichen und technischen Anforderungen sowie die zugehörigen Büro- und Seminarräume untergebracht werden. Nach Fertigstellung dieses Laborgebäudes ist der Abbruch des in den 90er Jahren erstellten Gebäudes Physik II geplant, um die Fläche für einen weiteren Neubau als zweiten Bauabschnitt zu schaffen. In diesem sollen auf einer Nutzfläche von 3700 m2 insbesondere die dringend notwendigen Seminar-, Hörsaal- und Praktikumsflächen für die Grundausbildung und weitere technisch anspruchsvolle Labors untergebracht werden. Die neuen Lehr- und Forschungsbereiche verbinden sich im ausgezeichneten Entwurf sinnvoll mit den jeweiligen Strukturen im Bestand. Insgesamt rechnet das Bauamt mit Kosten von 48 Mio. €.

In einem dritten Bauabschnitt – der nicht Gegenstand des Wettbewerbs war – ist anschließend die Modernisierung des Hauptgebäudes geplant.

Präsentation des Siegerentwurfs
Präsentation des Siegerentwurfs. Von links nach rechts: Physik-Dekan Prof. Dr. Johannes Barth, Architekt Anton Nachbaur-Sturm, TUM-Kanzler Albert Berger und Gero Hoffmann, Leiter des Staatlichen Bauamts München II – Photo: Wenzel Schürmann / TUM

Besondere Qualität der angrenzenden Freianlagen

Besonderer Wert wurde bei der Ausschreibung des Wettbewerbs auf die Qualität der angrenzenden Freianlagen gelegt, über die auch die Anbindung des Physik-Departments an das Walter-Schottky-Institut und an das Zentrum für Nanotechnologie und Nanomaterialien erfolgen soll. Die Bereiche zwischen den Baukörpern sollen primär dem studentischen und akademischen Leben gewidmet sein. Sie dienen, analog der zu schaffenden Kommunikationsflächen im Gebäudeinneren, der Erholung und dem Austausch der lernenden, forschenden und lehrenden Gemeinschaft. Darüber hinaus sollen sie die Adressierbarkeit des Clusters Physik auf dem Gesamtcampus sichtbar darstellen. Die beiden Verfügungsbauten bilden dabei den nördlichen Abschluss eines im Masterplan ausgewiesenen Quartiersplatzes, der als zentrale Adresse des Forschungsquartiers ausgebildet werden soll.

Preisträger

Die Preisträger im „Realisierungswettbewerb für den Neubau eines Institutsgebäudes für Physik, Hochschul- und Forschungsgelände Campus Garching, mit einem städtebaulichen und freiraumplanerischen Ideenteil“ sind:

  1. Preis: Cukrowicz Nachbaur Architekten, Bregenz mit Vogt Landschaft GmbH, Berlin
  2. Preis: kleyer.koblitz.letzel.freivogel, Berlin mit sinai Landschaftsarchitekten, Berlin
  3. Preis: Ackermann + Raff, Stuttgart mit Pfrommer + Roeder Landschaftsarchitekten, Stuttgart
  4. Preis: von Ballmoos Krucker Architekten, Zürich mit Studio Vulkan Landschaftsarchitekten, Zürich

Eine Anerkennung erhalten:

  • kister scheithauer gross, Leipzig mit plandrei Landschaftsarchitektur, Erfurt
  • SEP Architekten BDA, Bockelmann Klaus Gmbh, Hannover mit nsp christoph schonhoff landschaftsarchitekten, Hannover
  • Baumschlager Hutter Partners, München mit DI Carla Lo Landschaftsarchitektur

Ausstellung im Maschinenwesen

Die Architektenentwürfe, die sich an der Ausschreibung beteiligt haben, können vom 26.04. bis 06.05.2016 in der Magistrale der Fakultät Maschinenwesen besichtigt werden.

Entwurfsbeschreibung der Architekten des Siegerentwurfs

Von der Webseite von Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH

Der Entwurf für die neuen Laborgebäude orientiert sich am Masterplan und am orthogonalen System des Bestandsbaus samt Innenhöfen. Zwei großvolumige Baukörper übernehmen die Gebäudestrukturen des südseitigen Bestandes. Ihre versetzte Stellung ermöglicht die Ausbildung eines zentralen Quartiersplatzes mit neuer aussagekräftiger Adresse, ein Öffnen dieser Platzsituation mit Blickbeziehung zur Mensa im Westen sowie die Einbindung sämtlicher Bestandsbauten ins neue Struktur-system als organische Verbindung von Bestands- und Neubauten zu einem Cluster. Im Zusammenspiel aller Bauten und Freiräume entsteht eine moderne, dynamische und flexible Wissenslandschaft mit eigener Identität. Beide Volumen sind ringförmig organisiert. Die Labors entwickeln sich entlang der Außenfassaden mit Blickbeziehung in den Campus, in den Gebäudeecken finden sich in Form räumlicher Aufweitungen Seminar- und Aufenthaltsbereiche als zentrale Treffpunkte und Kommunikationszonen für unkomplizierten Kontakt. Die Eckpunkte des inneren Ringes sind an strategisch wichtigen Stellen durch feste Kerne mit Erschließungs- und Installationszonen definiert, dazwischen befinden sich semitransparente Bürozonen mit jeweiliger Orientierung zu einem individuell gestalteten Innenhof. Die schmale Ausbildung der offenen Fensterbänder in Kombination mit punktuellen Aufweitungen vermittelt zwischen den Ausdrucksformen und Gebäudesprachen der umgebenden Bestandsbauten und verleiht dem ruhigen Erscheinungsbild eine spannungsvolle Dynamik mit technischem Gepräge. In einem städtebaulichen und freiraumplanerischen Ideenteil erfolgte die Konzeption eines weiteren Labor- und Hörsaalgebäudes, die dritte Bauetappe enthält die Sanierung des großen Bestandsgebäudes.
Team:
Andreas Cukrowicz, Anton Nachbaur-Sturm, Martin Ladinger, Tobias Beyrer in Arbeitsgemeinschaft mit Vogt Landschaft GmbH Berlin

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