Vom Wissen zur Gewissheit: Evidenzpraktiken in Wissenschaft, Medizin, Technik und Gesellschaft
Practicing Evidence and Evidencing Practice in Science, Medicine, Technology, and Society

Modul ED0354

Dieses Modul wird durch Fakultät TUM School of Education bereitgestellt.

Diese Modulbeschreibung enthält neben den eigentlichen Beschreibungen der Inhalte, Lernergebnisse, Lehr- und Lernmethoden und Prüfungsformen auch Verweise auf die aktuellen Lehrveranstaltungen und Termine für die Modulprüfung in den jeweiligen Abschnitten.

Basisdaten

ED0354 ist ein Semestermodul in Deutsch auf Bachelor-Niveau und Master-Niveau das im Wintersemester angeboten wird.

Das Modul ist Bestandteil der folgenden Kataloge in den Studienangeboten der Physik.

  • Allgemeiner Katalog für überfachliche Grundlagen
GesamtaufwandPräsenzveranstaltungenUmfang (ECTS)
90 h 25 h 3 CP

Inhalte, Lernergebnisse und Voraussetzungen

Inhalt

Evidenz und damit gesichertes Wissen wird für politische, gesellschaftliche und individuelle Entscheidungen immer wichtiger, auch wenn dieser Tage vermehrt von einem drohenden „postfaktischem Zeitalter“ die Rede ist. Evidenz basiert auf wissenschaftlich erhobenen Daten, ist aber auch ein soziales Phänomen. Da Evidenz ein Thema ist, das viele verschiedene Bereiche angeht, ist die Lehrveranstaltung interdisziplinär ausgerichtet. Die Vorlesung und das Seminar kombinieren dazu Perspektiven aus der Technikgeschichte, der Praktischen Philosophie, der Wissenschaftssoziologie, der Medizingeschichte und -ethik, der Marketing und Konsumforschung, sowie der Wissenschafts- und Umweltgeschichte. Die Ringvorlesung wird von wechselnden Dozent/innen gehalten, die jeweils Einblicke in ihre Fachbereiche geben. Das Blockseminar vertieft die in den Vorlesungen aufgeworfenen Fragen. In vergleichender Perspektive wird diskutiert, wie und von wem Evidenz hergestellt wird, wie sie verwendet wird und welche Auswirkungen das hat. Die Lehrveranstaltung ist ein Produkt der Zusammenarbeit in der interdisziplinären Forschungsgruppe „Evidenzpraktiken in Wissenschaft, Medizin, Technik und Gesellschaft“ und richtet sich sowohl an Studierende als auch an die interessierte Fachöffentlichkeit. Die Vorlesung erfordert keine spezifischen Vorkenntnisse.

Lernergebnisse

Nach der Teilnahme an der Modulveranstaltung können die Studierenden vertiefte Kenntnisse über die Bedeutung und Anwendung von Evidenz in Wissenschaft, Medizin, Technik und Gesellschaft nachweisen. Sie sind in der Lage, Evidenzpraktiken in ihren konkreten strukturellen, historischen, philosophischen, wissenschaftlichen und sozialen Kontexten zu analysieren und zu vergleichen. Darüber hinaus verfügen sie über spezifisches Wissen zur Bedeutung und Herstellung von gesichertem Wissen in vielfältigen Bereichen sowie Orientierungswissen zu Perspektiven und Methoden in den Sozial- und Geisteswissenschaften.

Voraussetzungen

Das Modul erfordert keine spezifischen Vorkenntnisse.

Lehrveranstaltungen, Lern- und Lehrmethoden und Literaturhinweise

Lehrveranstaltungen und Termine

ArtSWSTitelDozent(en)Termine
VO 1 Ringvorlesung Evidenzpraktiken Do, 17:00–19:00, 2907.06.605
Do, 17:00–19:00, 2907.06.605
SE 1 Blockseminar Evidenzpraktiken in Wissenschaft, Medizin, Technik und Gesellschaft einzelne oder verschobene Termine

Lern- und Lehrmethoden

Ringvorlesung, Blockseminar, Protokoll, Präsentationen, Diskussionen, Lektüre

Medienformen

Vorlesungsskript, Präsentationen, Literatur zur Lektüre

Literatur

Böschen, Stefan und Ingo Schulz-Schaeffer (Hg.) (2003): Wissenschaft in der Wissensgesellschaft. Wiesbaden

Lethen, Helmut; Ludwig Jäger und Albrecht Koschorke (Hg.) (2015): Auf die Wirklichkeit zeigen. Zum Problem der Evidenz in den Kulturwissenschaften. Ein Reader. Frankfurt/New York

Lipphardt, Veronika; Patel, Kiran Klaus (2008): Neuverzauberung im Gestus der Wissenschaftlichkeit. Wissenspraktiken im 20. Jahrhundert am Beispiel menschlicher Diversität. In: Geschichte und Gesellschaft 34, 4, S. 425–454.

Weingart, Peter (2001): Die Stunde der Wahrheit? Zum Verhältnis der Wissenschaft zu Politik, Wirtschaft und Medien in der Wissensgesellschaft. Weilerswist.

Modulprüfung

Beschreibung der Prüfungs- und Studienleistungen

Zu jeder Vorlesung fertigen die Studierenden ein Kurzprotokoll an. Im Blockseminar werden die Vorlesungsthemen dann auf Grundlage der Protokolle diskutiert. Zusätzlich werden von den Studierenden acht Arbeitsgruppen gebildet, die jeweils die Diskussionsleitung im Seminar für ein Vorlesungsthema übernehmen. Zur Vorbereitung auf die Diskussionsleitung werten die Arbeitsgruppen zusätzliches, von den Dozenten/Dozentinnen bereitgestelltes Material, aus. Jede/r Teilnehmer/in reicht zudem eine schriftliche Ausarbeitung der von ihm/ihr betreuten Diskussion ein. Die Kurzprotokolle dokumentieren Orientierungswissen in den von der Vorlesung diskutierten Bereichen. Die schriftliche Ausarbeitung (max. 2000 Wörter) weist vertiefte Kenntnisse in einem der Vorlesungsthemen nach. In der Bewertung ist die Gewichtung von Protokollen und Ausarbeitung 1:2.

Kondensierte Materie

Wenn Atome sich zusammen tun, wird es interessant: Grundlagenforschung an Festkörperelementen, Nanostrukturen und neuen Materialien mit überraschenden Eigenschaften treffen auf innovative Anwendungen.

Kern-, Teilchen-, Astrophysik

Ziel der Forschung ist das Verständnis unserer Welt auf subatomarem Niveau, von den Atomkernen im Zentrum der Atome bis hin zu den elementarsten Bausteinen unserer Welt.

Biophysik

Biologische Systeme, vom Protein bis hin zu lebenden Zellen und deren Verbänden, gehorchen physikalischen Prinzipien. Unser Forschungsbereich Biophysik ist deutschlandweit einer der größten Zusammenschlüsse in diesem Bereich.