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Scientification of Society. Sociology of Science Introduces Itself
Wissenschaft und Gesellschaft - welche Gesellschaft?

Course 0000001964 in WS 2018/9

General Data

Course Type seminar
Semester Weekly Hours 2 SWS
Organisational Unit Chair of Sociology of Science (Prof. Maasen)
Lecturers Julia Klering
Sabine Maasen
Dates 4 singular or moved dates

Assignment to Modules

Further Information

Courses are together with exams the building blocks for modules. Please keep in mind that information on the contents, learning outcomes and, especially examination conditions are given on the module level only – see section "Assignment to Modules" above.

additional remarks Abhaltungstermine: 26.10. (10.00-12.00), 9.11. (09.00-15.00), 7.12. (09.00-15.00) und 14.12. (09.00-15.00) Was oder wen meinen wir überhaupt mit „Gesellschaft“, wenn von der Interaktion von Wissenschaft und Gesellschaft die Rede ist? Allenthalben wird gefordert, Wissenschaft und Technologieentwicklung in den Kontext „der Gesellschaft“ zu stellen – nicht zuletzt Studierende der TUM sollen „die Gesellschaft“ im Blick behalten. Doch wer ist eigentlich „diese Gesellschaft“? Woran denken Sie? Ein wichtiger Aspekt ist sicher für viele von Ihnen, dass bei Wissenschafts- und Technikentwicklung ethische Aspekte zu berücksichtigen sind: dass der Gebrauch unschädlich ist, der Nutzen allen zu Gute kommt etc. Ein weiterer wichtiger Aspekt wird die Akzeptanz von Technologien sein: dass insbesondere neue Technologien, die uns noch unvertraut sind, trotzdem genutzt werden, weil man der Wissenschaft vertraut. In diesen beiden wichtigen Fällen ist „Gesellschaft“ ein Wort für die, die von Wissenschaft und Technik betroffen sind – die man schützen muss, deren Akzeptanz für Technik man steigern muss. Ja, das sind wichtige Aspekte, aber Gesellschaft ist noch viel mehr: Wissenschaft ist zum Beispiel ein besonderer Teilbereich der Gesellschaft, den sie eingerichtet hat, um neues Wissen und neue Technologien hervorzubringen. Wissenschaft ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: Wenn wir neue Mobiltelefone, Sportschuhe oder Kindersitze fürs Auto kaufen, lesen wir Testberichte; wir wollen aber auch „smart cities“, die BürgerInnen mitgestalten können; und wir erwarten, dass unsere Angehörigen, die immer älter werden, künftig nicht nur auf die Hilfe von PflegerInnen und Kindern hoffen, sondern auch mit Assistenzrobotern zurechtkommen. Und die Wissenschaft reagiert darauf: Sie wird „inter- und transdisziplinär“; die Hochschulen bilden „Wissenstransferstellen“ aus; Wissenschaft sucht den „Dialog“; sie konzipiert wissenschaftlich-technische Entwicklungen als „sozio-technische“ und versucht so, die Gesellschaft (wiederum: wen genau?“) „mitzunehmen“. Das sind nur wenige Beispiele: Aber sie sollen zeigen, dass „die Gesellschaft“ viele verschiedene Akteure kennt (Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft) und dass Gesellschaft nicht nur von Wissenschaft und Technologie betroffen ist, sondern auch Wissenschaft und Technologie mitgestaltet. Genauer: Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft gestalten einander. In diesem Seminar soll deutlich werden, dass und warum es wichtig ist, bei der Forderung nach „Interaktion von Wissenschaft und Gesellschaft“ ein anspruchsvolles Bild von Gesellschaft zu haben.
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